Welche Kältemittel sind ökologisch sinnvoll?
Ökologisch sinnvolle Kältemittel zeichnen sich durch geringe Umwelt- und Gesundheitsrisiken (GWP, PFAS) aus. Sie sind besonders relevant in Wärmepumpen, da das Kältemittel im Kältekreis zirkuliert und bei Leckagen in die Atmosphäre gelangen kann.
PFAS
Viele synthetische Kältemittel gehören zu den PFAS, einer Gruppe sehr langlebiger Chemikalien. Diese Stoffe bauen sich zu Trifluoressigsäure (TFA) ab, die sich besonders in Gewässern anreichert und kaum wieder entfernt werden kann. Sowohl PFAS als auch TFA schädigen Mensch und Umwelt. Da sich diese Stoffe über lange Zeit in der Umwelt und im Körper anreichern, stellen sie ein ernstes Risiko für Trinkwasser und Ökosysteme dar.
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PFAS |
Stoffbasis |
GWP |
PFAS |
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R-744 (CO2) |
natürlich |
1 |
nein |
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R-290 (Propan) |
natürlich |
3 |
nein |
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R-410A |
synthetisch |
2’088 |
ja (hohes TFA-Potenzial) |
|
R-134a |
synthetisch |
1’430 |
ja (hohes TFA-Potenzial) |
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R-32 |
synthetisch |
675 |
nein |
GWP
Der GWP (Global Warming Potential) zeigt Erderwärmungspotenzial im Vergleich zu CO₂.
Je tiefer der GWP-Wert, desto umweltfreundlicher ist das Kältemittel.
Funktion Kältemittel
Das Kältemittel ist das «Transportmedium» der Wärme in einer Wärmepumpe und befindet sich in einem geschlossenen Kreislauf. Es ist für den von der Wärmepumpe genutzten physikalischen Prozess notwendig.
Durch die Einspritzung des Kältemittels in den Verdampfer nimmt das gasförmige kalte Kältemittel effizient Energie aus der Umwelt auf, diese Energie wird im Kompressor verdichtet was das Kältemittel stark aufheizt. Das heisse Kältemittel gibt dann über den Kondensator seine Energie an das Heizwasser ab und gelangt danach wieder abgekühlt zum Einspritzventil.
Damit ist der Kältemittelkreislauf das Herzstück jeder Wärmepumpe und die Wahl des richtigen Kältemittels hat ökologische, technische und gesetzliche Bedeutung.
Natürliche Kältemittel
| Kältemittel | GWP-Wert | Anmerkung |
|---|---|---|
R290 (Propan) | 3 |
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R744 (CO₂) | 1 |
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R717 (Ammoniak) | 0 |
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Synthetische Kältemittel
| Kältemittel | GWP-Wert | Anmerkung |
|---|---|---|
R410A | 2’088 | Teilweise bereits verboten. |
R134a | 1’430 | Für neue Kompaktgeräte unter 50 kW ab 1.1.2027 verboten und ab 1.1.2030 grundsätzlich verboten. |
R32 | 675 | Übergangslösung, besser als R410A, aber nicht zukunftssicher. Für neue Luft-Wasser-Split-Wärmepumpen unter 12 kW ab 1.1.2027 verboten. |
Diese Kältemittel sind immer noch in vielen Geräten im Einsatz, werden aber langfristig verboten oder stark eingeschränkt. Synthetische Kältemittel dürfen zwar bis auf weiteres nachgefüllt werden, die Verfügbarkeit und die Preise sind allerdings ungewiss. Zudem könnte ein weitreichendes Verbot von PFAS den Einsatz von synthetischen Stoffen bereits mittelfristig verunmöglichen.
Darum sollten wenn immer möglich natürliche Kältemittel gewählt werden:
Klimaschutz | Vernachlässigbare GWP bedeuten weniger Erderwärmung. |
Gewässerschutz | Kein zusätzliches TFA fördert sauberes Trinkwasser und Gesundheit für Mensch und Umwelt. |
Gesetzeskonformität | Nur natürliche Kältemittel bleiben langfristig erlaubt. |
Fördergelder | Viele Programme bevorzugen Systeme mit natürlichem Kältemittel. |
Verantwortung | Weniger Umweltrisiko bei Service, Entsorgung oder Unfällen. |
Zukunftssicherheit | Systeme mit tiefem GWP und ohne TFA-Potenzial sind nachhaltiger und länger einsetzbar. |
Betriebskosten | Höhere Energieeffizienz und kein Risiko von teurem Kältemittelersatz spart Geld. |
Für ökologische und zukunftssichere Lösungen sollte man auf natürliche Kältemittel wie R290, generell Kohlenwasserstoffe, CO₂, oder Ammoniak setzen. Diese bieten hohe Effizienz, tiefe Emissionen und langfristige Investitionssicherheit. Besonders bei einer Heizungssanierung mit Förderunterstützung sind natürliche Kältemittel empfehlenswert, viele Programme bevorzugen oder verlangen sie sogar.